Ein Tag im Leben in der Mara Siana Conservancy
Mein Tag beginnt meistens sehr früh. Der Wecker klingelt um 5:40 Uhr. Dann heißt es: kurz wach werden, aufstehen und die Sportsachen anziehen. Punkt 6 Uhr stehe ich in der Morgendämmerung auf dem Sportplatz. Dort laufe ich meine morgendlichen Kilometer – zumindest, wenn alles gut läuft. Manchmal stehen ein paar Elefanten auf dem Feld. Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als umzukehren und zurück ins Camp zu gehen. Zebras, Giraffen oder Antilopen lassen sich zwischendurch auch blicken und schauen mich beim Laufen neugierig an.
Ein täglicher Gast auf dem Sportplatz ist eine Gruppe Marabus, die sich dort nach Sonnenaufgang versammelt. Nach inzwischen drei Monaten haben wir uns arrangiert: Ich laufe auf der Außenbahn und die Marabus sonnen sich in der Mitte.
Nach einer kalten – wirklich eiskalten – Dusche gibt es Frühstück. Meistens Toastbrot und Tee. Wenn mir das nach dem Laufen nicht reicht, gehe ich in die Küche und mache mir noch ein paar Eier oder ein Müsli.
Gestärkt starte ich in den Tag.
Zu meinen Aufgaben gehört morgens ein bisschen Hausarbeit: Toiletten putzen, Rasen mähen, das Office reinigen oder den Müll wegbringen.
Gegen 9 Uhr geht es auf die erste Patrouille. Mit dem Conservancy-Car fahren wir hinaus, kontrollieren das Gelände und sehen nach dem Rechten. Schon wenige Meter hinter dem Camp begegnen wir den ersten Tieren: Giraffen, Zebras und verschiedene Antilopenarten. Etwas später treffen wir auf eine Elefantenherde von etwa 20 Tieren. Sie stehen auf einer großen Freifläche, durch die unser Weg führt. Wir fahren langsam zwischen ihnen hindurch und kommen dabei bis auf wenige Meter an die Elefanten heran.
Unsere Hauptaufgabe ist es, Kühe von den Wildtieren fernzuhalten und aus der Conservancy zu treiben. Wenn keine Kühe in Sicht sind, setzen wir uns auf einen Hügel unter einen schattigen Baum, von dem aus wir einen guten Überblick über die Conservancy haben.
Zurück im Camp gibt es Reis mit Bohnen zum Mittagessen. Nach der Mittagspause gehe ich ins Office und erledige etwas Computerarbeit. Die Bilder, die während der Patrouille entstehen, müssen sortiert und bearbeitet werden. Daraus erstelle ich Posts für die Social-Media-Accounts der Conservancy. Hin und wieder tippe ich auch Dokumente ab, fülle sie aus oder digitalisiere sie.
Der Tag endet schließlich mit einer Tasse Tee am Feuer, wo ich dem Koch Gesellschaft leiste. Zum Abendessen gibt es Ugali mit Kohl und ein bisschen Fleisch.